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Warum Pinguine nicht frieren

Oder: Wie man sich vor Kälteschäden schützen kann

Schon beim Anblick kann’s einem frösteln: Da stehen Pinguine stundenlang bei klirrender Kälte auf dem Eis und schnattern fröhlich. Wieso ist ihnen eigentlich nicht kalt, während der Mensch bei solchen Temperaturen schon längst erfroren wäre? Das Rezept der Natur ist ganz einfach: Man nehme ein ganz dichtes Federkleid, schichte die Federspitzen dachziegelartig übereinander und lege sich eine gute Fettschicht um den Körper zu. Das schützt vor Kälte und wärmt zudem. Der Mensch ist in dieser Hinsicht von der Natur nicht so gut ausgestattet. Statt Federkleid und Fettschicht bleibt ihm nur die richtige Kleidung gegen die Kälte.

Von einer Unterkühlung spricht man, wenn die Körpertemperatur unter 36 Grad Celsius sinkt. Sie entsteht wenn die Wärmeabgabe des Körpers über einen längeren Zeitraum größer als dessen Wärmeproduktion ist. Das passiert häufig bei Unfällen in kalter Umgebung, z.B. im Gebirge, durch einen Sturz in kaltes Wasser oder beim Tauchen. Dann besteht die Gefahr, dass die Sauerstoffversorgung der Organe zum Erliegen kommt. Und ab einer Körpertemperatur von unter 30 Grad Celsius drohen sogar Atem- und Kreislaufstillstand! Dabei sind bereits Umgebungstemperaturen von unter zehn Grad Celsius gefährlich. Nasse oder ungeeignete Kleidung, Regen, Nebel und starker Wind beschleunigen die Auskühlung des Körpers ebenso wie der Genuss von Alkohol und Rauschmitteln, körperliche Überanstrengung, ein schlechter Gesundheitszustand und bewegungsarmes Verhalten. Ein Schock, z.B. nach einem Unfall, wirkt zusätzlich verstärkend. Alte Menschen und Kleinkinder kühlen grundsätzlich schneller aus.

Zittern gegen die Kälte

Bei niedrigen Temperaturen kann man sich eine Zeit lang durch Bewegung warm halten. Der Körper versucht durch Zittern Wärme zu erzeugen. Auf Dauer kann das Absinken der Körpertemperatur aber nicht verhindert werden. Äußere Anzeichen dafür sind kühle und blass- bis grau-bläuliche Haut und Lippen. Wenn die körperlichen Energiereserven aufgebraucht sind, tritt Erschöpfung ein, das Kältezittern hört auf, Gelenke und Muskeln werden steif. Das Bewusstsein trübt ein, Teilnahmslosigkeit, zunehmende Müdigkeit bis hin zu einem unbezwingbaren Schlafbedürfnis treten hinzu. Atmung und Puls sind langsam und unregelmäßig . Es besteht Lebensgefahr durch den drohenden Ausfall der Vitalfunktionen.

Erfrierungen schon ab sechs Grad Celsius

Zu Erfrierungen kommt es vor allem an Fingern, Zehen, Nase, Ohren und Wangen. Es handelt sich hierbei um örtliche Schädigungen des Gewebes, die durch länger andauernde mangelnde Durchblutung verursacht werden. Temperaturen von sechs Grad Celsius und darunter, zusammen mit hoher Luftfeuchtigkeit oder eisigem Wind, können bereits zu leichteren Erfrierungen führen. Zu enge Kleidung und Schuhe begünstigen diesen Prozess.

Die betroffenen Hautstellen färben sich zunächst ganz hell bis bläulich-rot, sind weich und schmerzempfindlich, das Tastempfinden ist gestört. Bei Erwärmung stellen sich Rötung, Juckreiz, Kribbeln und Schmerzen ein. Schon bei diesen ersten Warnzeichen sollte gehandelt werden, um die Haut vor weiteren Schäden zu bewahren, die bei schweren und dauerhaften Gewebeschädigungen bis zur Amputation des betroffenen Körperteils führen können. Gefährlich wird es, wenn sich Blasen und Schwellungen entwickeln und die Haut grauweiß, hart und gefühllos wird.

Mütze, Schal und Handschuhe nicht vergessen!

Damit es gar nicht erst zu Erfrierungen und Unterkühlung kommt, kann man sich durch die richtige Kleidung schützen. Sie muss Schutz vor Kälte, Wind und Nässe bieten und die Körperwärme halten.

Sie sollte nicht zu eng anliegen, wasser- und winddicht, aber zugleich atmungsaktiv sein. Sinnvoll ist es, mehrere Kleidungsschichten übereinander zu tragen. Mütze, Schal und Handschuhe schützen die exponierten Körperstellen vor der Kälte. Auch Bewegung hält warm. Absolut tabu sind Alkohol und Rauschmittel, sowie körperliche Überforderung.

(erschienen ASB Magazin, Ausgabe 04/02, mit freundlicher Genehmigung von Angelika König)

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